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Dieses Projekt begann damit, dass ich im Altmetall einen alten Handwagen fand, den ich restaurieren und an meinem alten Waffenrad benutzen wollte. Diesen habe ich neu bereift, geschliffen und lackiert und mit einem neuen Boden ausgestattet. Sah schon mal ganz gut aus!

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So stand er dann über ein Jahr hinten in der Werkstatt und staubte zu. Irgendwann kaufte ich mir ein gebrauchtes Schweißgerät, weil ich mir unbedingt Schweißen beibringen wollte. Dazu brauchte ich natürlich ein passendes Projekt und ein Fahrrad mit Seitenwagen wollte ich schon immer bauen (auch, da ich ja ein ein Motorrad mit Beiwagen fahre). Also wurde der Handwagen wieder auseinandergeflext.

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Da meine Schwiegermutter Platz im Gartenhaus wollte, hatte sie uns das Jugendfahrrad meiner Frau gebracht, das wir eigentlich schon entsorgen wollten.

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Dieses wurde dann lackiert und der Rahmen für die ganze Konstruktion miteinander verklemmt und dann verschweißt. Dieser Schritt hat relativ lange gedauert, da bei einem Fahrrad mit Beiwagen z.B. der Winkel, in dem Beiwagenrad und Längsachse des Fahrrades stehen, leicht spitz zulaufen muss, damit das Fahrrad später geradeausfährt. Dementsprechend war viel Anpassungsarbeit notwendig. Als Rad dient das alte Vorderrad unseres kaputten Kinderwagens. Den Lenker des Fahrrades habe ich auch durch einen umgedrehten Standardlenker ersetzt. Gefiel mir irgendwie besser.

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Aber da ich ja eigentlich vorhatte, meine Kinder in dem Ding herumzufahren, musste noch ein passendes Beiwagenboot her. Nach vielen Überlegungen kam ich auf die Idee mit dem alten Ölfass. Also – einen Kollegen angerufen und gefragt, ob er ein altes Ölfass hat. Hatte er und am nächsten Tag hatte ich ein schickes blaues Exemplar. Dieses wurde dann zerschnitten, wofür ich lange gebraucht habe, da ich mich nicht so recht traute. Immerhin war ja vorher Altöl in dem Fass und mit der Flex wollte ich wegen Explosionsgefahr da nicht dran. Daher habe ich das Fass mit dem Dampfreiniger mit heißem Dampf gefüllt und dann mit der Stichsäge ganz langsam zerschnitten.

Als nächstes wurde das Fass auf den Beiwagenrahmen geschweißt, die Verbindungspunkte mit Blechen verstärkt und oben ein Einstieg geflext.

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Als kleines Gimmick wurde hinten noch ein Kofferraumloch ausgeschnitten. Aus einem Stück Blech habe ich eine Klappe geflext, die mit einem Briefkastenschloss abschließbar ist. Gehalten wird diese Klappe von einem Magneten, der an einer Schnur festgebunden ist.

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Nun folgte der Ausbau des Beiwageninnenlebens. Dazu habe ich einen Boden und Seitenwände aus OSB gesägt und silikoniert(Seitenwände daher, da sonst das Rad offen im Beiwagen läuft und wahrscheinlich mehrere Kinderfinger in den Speichen zerschnatzeln würde). Die Schnittkante am Fass habe ich natürlich entgratet, aber zur Sicherheit noch einen Keder angebracht. Der Sitz besteht aus geflämmtem und geöltem Altholz. Gefedert habe ich ihn nicht, man sollte einfach den Reifen nicht zu prall aufblasen, dann federt der ganz gut mit. Als Finish wurde das Ganze noch mit schwarzem Metallschutzlack angemalt.

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Letztendlich habe ich noch eine alten Stirnlampe zerlegt und in den alten Schraubdeckel des Fasses eingepasst, der Schalter sitzt im Beiwagen. Jetzt ist man zu jeder Tages- und Nachtzeit sicher unterwegs.

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Das Projekt hat viel Spaß gemacht, ich kann mittlerweile so schweißen, dass es hält (von guter Optik bin ich noch weit entfernt) und meine Kinder sind restlos begeistert von dem Fahrrad. Das Fahren mit dem Ding ist halt (genauso wie beim Motorrad) nicht jedermanns Sache, da die Lenkimpulse einfach komplett anders sind, als beim normalen Fahrradfahren. Allerdings stehen Kinder ziemlich drauf, wenn man eine scharfe Rechtskurve fährt, der Beiwagen in die Luft steigt und sie “fliegen” dürfen.