Jeder, der einen NES hat, kennt das Problem – Der graue Bildschirm und die blinkende LED, welche anzeigt, dass irgendwas nicht stimmt. Also – Spiel raus, ordentlich reingepustet, dabei Feuchtigkeit ins Modul und die Konsole gebracht, wieder reingesteckt, geht immer noch nicht. Also die ganze Prozedur 5x wiederholen. Irgendwann ging es dann doch. Und dann stürzt das Spiel ab. Bei meinem NES war es zuletzt so, dass die LED immer blinkte und nichts Abhilfe schaffen konnte. Daher habe ich die Konsole mal zerlegt, gereinigt und repariert.

NES reinigen

Material

Man benötigt

  • Einen Kreuzschlitzschraubenzieher
  • Isopropanol
  • Einen weißen Radiergummi
  • Wattestäbchen
  • Ein dünnes Baumwolltuch
  • Stecknadel

Zerlegen der Konsole

Zuerst dreht man den NES auf den Kopf und löst die 6 Schrauben auf der Unterseite. Dann kann man den Deckel einfach abnehmen und es offenbart sich das Innenleben.

NES zerlegen auseinandernehmen

Das Blech wird ebenfalls demontiert, danach liegt die Federmechanik frei. Diese kann man nach Demontage der 6 Schrauben nach vorne/schräg oben wegziehen. Hierbei muss man aufpassen, dass die beiden silbernen Schrauben später wieder genau an ihre Stelle kommen, da sie den Slot auf der Platine halten.

NES reparieren

Nun ist es auf jeden Fall empfehlenswert, die Konsole durchzupusten. Ich mache das mit dem Kompressor, wobei ich die Luft dosiert da reinpuste.

Der Modulslot

Wenn man nun die Platine demontiert, kann man den Modulslot einfach nach hinten abziehen.

NES Modulslot Spielschacht

Nun reinigt man alle Kontakte mit einem in Isopropanol getränkten Wattestäbchen. Dabei sollte bereits einiges an Dreck abgehen.

Jetzt kommt der wichtigste Schritt: Man baut sich mithilfe einer Spitzzange ein „Spezialwerkzeug“ aus einer Stecknadel.

IMG 20200614 220601

Damit lassen sich die kleinen Metallfähnchen, die den Kontakt zum Spiel herstellen, vorsichtig nach oben biegen. Dies ist von dem her nötig, da der Modulslot des NES eigentlich ein Verschleißteil darstellt. Durch das Einschieben der Spiele verbiegen sich die Metallfähnchen nach unten, wodurch sie nach einigen Jahren keinen Kontakt mehr herstellen. Oftmals ist auch ein Problem, dass Leute ihren NES für Jahre einlagern, aber ein Spiel drin lassen. Danach kann man ein problemloses Abspielen der Module eigentlich vergessen.

Leider kann man es auf dem oberen Bild nicht ganz sauber erkennen, aber unten rechts außen auf dem Foto habe ich zwei Fähnchen bereits nach oben gebogen. So sollte die ganze Kontaktreihe aussehen.

Ist das erledigt, tränkt man ein dünnes Baumwolltuch in Isopropanol und schiebt dieses (um eine Karte gewickelt) mit Gefühl in den Slot.

NES MODULSLOT mODULSCHACHT REINIGEN

Wenn man schon dabei ist, kann man auch den Steckplatz des Modulslots mit Isopropanol und dem weißen Radiergummi reinigen.

Danach folgt der Zusammenbau der ganzen Geschichte in umgekehrter Reihenfolge. Bei der Montage des Spielschachtes (das Teil zum Herunterdrücken) muss man etwas aufpassen. Dieser wird schräg von oben eingeschoben und muss unten eingehängt werden.

Die Spiele sollten nun (sofern man sie auch reinigt) perfekt funktionieren. Lustigerweise sogar, ohne sie herunterzudrücken. Ich habe etwas recherchiert und herausgefunden, dass diese Mechanik sowieso unnötig ist. Wahrscheinlich hat Nintendo so etwas eingebaut, um das Ding wie einen Videorekorder wirken zu lassen. Leider führt dies aber noch mehr zum Verschleiß. Offenbar deswegen gab es den Mist nur beim NES, ab dem SNES wurde die Spielmodule einfach eingesteckt.

Controller reparieren bzw. warten

Sollten die Druckpunkte der Controller sich verschlechtert haben, kann man auch diese einer Reinigung unterziehen. Dazu wird der Controller aufgeschraubt und alle Teile mit Isopropanol und einem Wattestäbchen geputzt.

NES Controller Reparieren

Baut man nun alles in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammen, sollte die Konsole jetzt funktionieren wie am ersten Tag. Damit das so bleibt, sollte man aber tunlichst ab jetzt auf die Pusterei verzichten!

Ich habe auch herausgefunden, dass es auf diversen Internetseiten den Modulslot auch als Ersatzteil gibt. Ob das zu empfehlen ist, kann ich leider nicht beurteilen, meist (zumindest bei Nintendo) kommt aber kein Nachbauteil an die Qualität des Originals heran.