Motorlager beim Fiat Ducato 290 wechseln

Da die Kupplung am Wohnmobil nicht immer sauber trennt, habe ich gelesen, dass daran auch die Motorlager schuld sein könnten. Dies liegt daran, dass der Motor zum einen durch den ausgeleierten Gummi tiefer hängt und bei Gas- und Bremsvorgängen mehr Bewegung nach vorne und hinten hat. Da das Wohnmobil mit seinen 30 Jahren nach einer ersten Sichtprüfung ziemlich sicher noch die Originalen drin hatte, machte ich mich mal an die Arbeit.

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Alle Angaben aber natürlich ohne Gewähr.

Benötigtes Werkzeug:

  • Wagenheber (einen alten Scherenwagenheber fand ich besser als den hydraulischen, da man auch relativ einfach wieder runterkurbeln kann)
  • Ratsche
  • Gekröpfter Ringmaulschlüssel
  • Spitzzange
  • Kriechöl
  • Draht
  • Drahtbürste
  • Schlitzschraubenzieher
  • Neue Motorlager

Motorlager links

Man beginnt am besten mit dem Motorhalter in Fahrtrichtung links. Dazu demontiert man Ersatzrad und Ersatzradhalter. Die Schraube und die Mutter schraubt man einfach wieder ein, um sie nicht zu verlieren.

Danach wird die Luftfilterpatrone ausgebaut, indem man die 13er Schraube an der Schelle löst, die Schlauchschellen an Zu- und Abluftschlauch aufschraubt und die beiden Kabel des Sensors abzieht. Dann löst man die Klammern an der Luftfilterpatrone, fummelt das ganze Ding mitsamt der Schelle aus dem Halter und entnimmt sie aus dem Motorraum.

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Nun liegt der Motorhalter frei. Hier hat meine Sichtkontrolle ein total sprödes Gummi mit einer ziemlich verrosteten Schale gezeigt. Das sollte also definitiv neu.

Nun habe ich den Wagenheber wie am Bild zu sehen unten an der Getriebeglocke angesetzt und den Motor etwas angehoben.

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Zuerst habe ich die Mutter (19er Weite) auf dem Lager gelöst. Achtung, da liegt auch noch eine Scheibe dazwischen.

Dann wurden die 4 Schrauben am Halter mit der Ratsche und einer 17er Nuss gleichmäßig aufgeschraubt (Immer ca. 2 Drehungen an jeder Schraube). Die hinteren Schrauben muss man evtl. mit dem gekröpften Gabelschlüssel lösen, da es aufgrund des Dieselrohrs doch recht eng wird.

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Senkt sich der Motor dabei wieder ab, einfach etwas nachpumpen. Sind alle Schrauben gelöst, entnimmt man die Platte.

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Nun wird der Bogen über dem Lager abgenommen. Bei der hinteren Schraube ist das Dieselrohr im Weg. Dieses muss man lockern, indem man den weißen Plastikring am Einfüllstutzen mit einer Spitzzange nach rechts wegzieht. Vorsichtig! Vorher einen Draht durch die Öse fädeln und den Ring irgendwo anbinden, der fällt sonst sicherlich in den Motorraum. Nun kann man das Dieselrohr ein paar Zentimeter nach oben drücken, was gerade so reicht, um die Schraube bis nach oben drehen zu können.

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Danach wird die Schraube, die sowohl den Luftfilterhalter als auch das Dieselrohr befestigt, mit dem gekröpften Gabelschlüssel gelöst (da befindet sich eine angeschweißte Mutter drunter).

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Nun kann man erst den Bogen und dann das Lager entnehmen.

Im Vergleich sieht man schön, welchen Unterschied das Ganze ausmacht. Das alte Lager war viel tiefer als das neue und der Gummi war schon so weich, dass der Motor regelmäßig durchgeschlagen ist (wie man an den Abdrücken erkennen kann).

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Also das neue Lager wieder rein und den Bogen angesetzt. Nun muss man schauen, dass man die Schrauben gleichmäßig wieder anzieht (immer 2-3 Drehungen auf jeder Schraube abwechselnd).

Nun wird die Platte wieder angesetzt. Wie man unschwer erkennt, muss der Motor mehrere Zentimeter nach oben, da das neue Lager natürlich höher ausfällt als das alte. Sobald der Spalt passt, schraubt man die Platte wieder an und zieht die Schrauben über Kreuz wieder fest. Die Mutter inkl. Scheibe auf dem Lager nicht vergessen! Ist alles fest, lässt man den Wagenheber wieder ab.

Zuletzt schraubt bzw. klemmt man das Dieselrohr wieder fest und baut den Luftfilter und das Ersatzrad wieder ein.

Motorlager rechts

Dieses Lager hat mich so gefuchst, dass ich die Reparatur am Ende in meiner Werkstatt habe durchführen lassen. Allerdings war ich dabei, weswegen ich darüber berichten kann.

Da die Schrauben festgefressen waren und ich mir nicht sicher war, wo ich den Motor aufbocken soll, habe ich das lieber dem Profi überlassen.

Die Schrauben habe ich eine Woche lang mit „Black Magic“ eingeweicht, was sich als nicht dumm erwiesen hat:-)

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Als Erstes sollte man den Behälter für das Servoöl demontieren und zur Seite biegen. Dazu die beiden M10er Muttern lösen und nach Entnahme des Behälters wieder auf die Schrauben schrauben, damit sie nicht verloren gehen.

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Nun wird der Motor unter der Ölwanne aufgebockt. Dazu benötigt man ein dickes, stabiles Brett, das gut unter die Ölwanne passt. Diese ist beim Ducato so stabil, dass sie das hält. Dann pumpt man den Motor ein wenig hoch und löst die 3 Schrauben auf dem Halter und die Mutter über dem Lager. Danach werden die beiden Inbusschrauben links und rechts am Motorlager gelöst. Nun lässt sich das alte Lager entnehmen.

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Die Sichtkontrolle war ähnlich ernüchternd wie beim Lager auf der anderen Seite. Auch hier war der Motor regelmäßig durchgeschlagen und das Gummi war schon zur Seite ausgewichen, weswegen der Motor wohl viel zu tief hing.

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Nun reinigt man den Bereich um das Lager, setzt das neue ein und muss den Motor wiederum ein gutes Stück weiter hochpumpen. Sollten die Schraublöcher nicht passen, kann man den Motorblock mit sanfter Gewalt etwas zu sich herziehen oder wegdrücken. Nun schraubt man die beiden Inbusschrauben und die drei Schrauben auf dem Halter wieder fest und zieht auch die Mutter über dem Lager wieder an.

Motorlager am Getriebe

Das letzte Lager ist das Lager unten am Getriebe. Hierzu bockt man den Motor direkt davor auf (eigentlich setzt man ihn nur ab, der muss nicht weit rauf).

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Eine Sichtkontrolle bei meinem Lager hat ergeben, dass es sogar gerissen war. Da schwabbelt der Motor natürlich ordentlich nach vorne und hinten.

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Das Lager ist mit 3 Schrauben befestigt. Alle werden in Richtung Fahrertür abgeschraubt, auf der anderen Seite sind Muttern festgeschweißt.

Nun entnimmt man das Lager, reinigt alles, setzt das neue Lager ein und schraubt zuerst die beiden Schrauben Richtung Getriebe ein. Zuletzt pumpt man den Motor soweit rauf oder runter, bis man die dicke Schraube einschrauben kann.

Nun lässt man den Motor wieder ab und entfernt den Wagenheber.

Ergebnis

Bei mir hat sich durch die Reparatur die Lautstärke im Auto deutlich reduziert und der Motor fährt nicht mehr so „rupfig“, also das Auto zuckt nicht mehr so viel beim Fahren. Alles in Allem eine deutliche Besserung. Wenn auch die Kupplung immer noch nicht so richtig will. Da geht die Fehlersuche dann doch noch weiter.

1 Kommentar

  1. baumann e

    super hat mir sehr geholfen auch gut beschrieben

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