Alte Fahrzeuge, die nicht ihr Gebiet markieren, sind selten. Ich hab bei der MZ trotz Motorüberholung und immer frischem Kupferring nach jedem Ölwechsel immer ein kleines bisschen gesaut, auch der 126 ist nicht ganz dicht, von meiner damaligen Simson oder meinem Holder Einachsschlepper ganz zu schweigen. Bei unserem Wohnmobil war es allerdings recht heftig, da tropften nach jedem Parken locker 3 Tropfen unten raus. Durch lange Fahrten im Urlaub schleuderte das Öl am Unterboden sogar ein wenig nach hinten, was dem TÜV dieses Jahr nicht sehr gefiel. Also musste ich da was unternehmen. Als Quell des meisten Übels habe ich die Ventildeckeldichtung identifiziert, da suppte es vorne ordentlich raus. Zumindest sah der Motorblock da aus wie meine Kinder früher nach dem Füttern.

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Los gehts.

Zuerst entfernt man die Plastikabdeckung auf dem Motor. Dann liegt der Ventildeckel schon in Erwartungshaltung vor einem.

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Zunächst löst man die 12 Muttern, dies geschieht am besten über Kreuz. Sicher ist sicher. Bei mir kamen an drei Stellen die Bolzen mit raus, das war aber kein Problem. Später habe ich die Muttern abgenommen und die Bolzen wieder vorsichtig eingedreht.

Ist der Deckel lose, nimmt man ihn ab.

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Ein erster Test zeigt: Die Dichtung war steinhart.

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Eine penible Reinigung mit weichen Lappen und etwas Bremsenreiniger an den entscheidenden Stellen zeigte schon deutlich Wirkung.

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Die alte Dichtung ließ sich problemlos aus dem Deckel fummeln, danach wurde auch hier geputzt.

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Nun wurde die neue Dichtung fröhlich mit frischem Motoröl eingerieben und eingesetzt. Beim Einölen scheiden sich etwas die Geister. Ich habe noch nie eine Gummidichtung beim KFZ trocken verbaut, da sie eingeölt schön flutscht und (falls es sie gibt) die Dichtlippen nicht umknicken. Letzteres ist bei der Ventildeckeldichtung des Ducato 290 aber kein Thema.

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Jetzt wird der Deckel wieder aufgesetzt und neue selbstsichernde Muttern mit der Hand eingedreht (soweit man sie halt bekommt). Die alten Muttern schmeißt man in möglichst hohem Bogen in den Müll.

Danach nimmt man eine Ratsche und dreht die Muttern über Kreuz fester, aber noch nicht bombenfest. Das wird dann mit dem Drehmomentschlüssel gemacht, laut Werkstattanleitungen mit 8Nm.

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Die Plastikabdeckung wird nun wieder angebracht. Jetzt kann man noch den Motor mit Kaltreiniger bearbeiten und/oder wie ich von unten alles mit Bremsenreiniger und 5kg alten Lappen putzen. Dies hat zwei Vorteile: Man macht den TÜV-Onkel glücklich und sieht demnächst, wo Öl rauskommt (sofern es das nach dieser Reparatur noch tut).

Mein Duci hat auf jeden Fall seit dem Dichtungstausch und einer längeren Probefahrt nur einen schüchternen Tropfen verloren. Ich verbuche das mal als Erfolg.

Jetzt nur noch innerhalb der nächsten Woche die Querlenker tauschen und die Abgaswerte in den Griff kriegen, aber das ist eine andere Geschichte…